Konzept

Das faszinierende am argentinischen Tango ist, wie aus der Verschmelzung unterschiedlicher Kulturen und Musiken ein völlig neuer Musikstil entstehen konnte. Im Prinzip wurde der Tango aus der Verbindung von russischen Melodien, barocken europäischen Choralharmonien und afrikanischen Rhythmen geboren. Und später hat er sich immer wieder neu erfunden, als Blues und später Jazz die Musikgeschichte revolutionierten.
Jüngst gab es wieder eine Neuerfindung, als das Gotan Project die elektronische Popmusik in den Tango einbrachte. Tango hat wie kaum eine Musik die Fähigkeit, neue Einflüsse aufzunehmen und zu verarbeiten. Ein Wuchsplatz für Hoffnungen, Ideen und Sehnsüchte.

Die Einflüsse, die Astor Piazzolla den Tango Nuevo kreieren liessen, sind auch Mathis Nitschkes Einflüsse, wenn auch mit anderer Gewichtung. Während sich Piazzolla vom Tango kommend mit der europäischen Kunstmusik beschäftigte, blickt Nitschke in diesem Projekt von der europäischen Kunst- und Popmusik auf den argentinischen Tango.

Inhaltlich zugrunde liegt diesem Zyklus das Gedicht “anthropogen gestörter Wuchsplatz” von Ulrike Draesner, das als Remix immer wieder durchscheint.

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